Zu Anfang war ich mir extrem unsicher, was die Preisrabattkarte "Naldo Card" meines lokalen Verkehrsunternehmens "Naldo" im Bezug auf die z.B. von Payback bekannten Datensammlungswut von Rabattkarten angeht.
Diese Karte, auf welche sich einen Geldbetrag aufladen lässt, ermöglicht es Kunden, Einzelfahrscheine für Erwachsene mit etwa 10% Rabatt zu erwerben. Die Kosten für diese Karte belaufen sich lediglich auf 2 Euro.
Es standen keinerlei Datenschutzinformationen auf der Internetpräsenz zu diesem Thema bereit.
Um der Sache ein wenig nachzugehen, wendete ich mich an den Naldo-Support per E-Mail.
Meine Frage, welche Daten der Chip der Karte beinhaltete, wurde mir der aufgeladene Betrag und - so waren auch meine Befürchtungen - eine - wahrscheinlich eindeutigen - Kartennummer genannt.
Diese Kartennummer wurde direkt im nächsten Satz damit begründet, dass man bei "Defekten" somit "i.d.R. trotzdem" den Geldbetrag zurückerstatten kann.
Verwunderlich ist aber, wie es möglich sein soll, dass der Geldbetrag sich nicht mehr auslesen lässt, die Kartennummer jedoch schon. Es handelt sich hierbei um einen einzigen Chip, ohne zusätzlichen Magnetstreifen. Ggf. ist die Kartennummer an einer "sicheren Stelle" fix gespeichert, der Geldbetrag in einem weniger sicheren Speicher. Dies zu bewerten übersteigt im Moment mein Wissen über solche Kartenchips.
Potentiel bestünde jedoch mit dieser Kartennummer die Möglichkeit, Bewegungsprofile für analytische Zwecke zu gebrauchen.
Die Motivation hinter dieser Karte sei, so der Mitarbeiter, die Einsparung durch das bargeldlos Zahlen, welche das Unternehmen somit an den Kunden weitergeben möchte.
Stutzig macht mich hierbei jedoch die Gegebenheit, dass ich diese Karte schon viele Monate nutze, ohne jemals bargeldlos bezahlt zu haben, eben aus jener Angst vor Datenmissbrauch.
Interessant ist nämlich, dass man die Naldo Card , sofern man eine Fahrkarte am Automaten kauft, jediglich zum Vorzeigen benötigt und den Automaten somit trotzdem mit Scheinen und Münzen füttern kann (die Karte muss hier zu keiner Zeit technische benutzt werden). Somit entfällt die Einsparung des Unternehmens. Im Bus ist die Naldo Karte jedoch nur mit Bezahlung per Chipkarte gültig, es ist aber dennoch möglich, die Karte für den Bus auch am Automaten zu erwerben.
Da das Bezahlen mit der Karte im Bus des öfteren Probleme mit dem Lesegerät bereitet, denke ich mir, dass das Bezahlen mit der Karte am Automaten mit dem Chip zuviele technische Probleme bereitet hat.
Noch offene Fragen habe ich jetzt in einer Antwort-E-Mail an den Angestellten formuliert. Ich bin gespannt, auf die Antworten.


NaldoCard mehr als GeldKarte?
2 September, 2008 - 17:31 – Bernd (nicht überprüft)Vor einiger Zeit war es so, dass die Fahrpreise mit ganz normaler GeldKarte billiger waren als mit Bargeld. Einfach um den geringeren Aufwand (Automat leeren, Bargeld transportieren, ...) an die Kunden weiter zu geben.
Die NaldoCard kenne ich als GeldKarte-Ersatz, maßgeblich für Senioren und Schüler, die nicht sowieso schon eine GeldKarte haben. Sprich: Eigentlich eher zu gebrauchen wie eine Telefonkarte, man läd Guthaben auf und kann dann so lange Busfahren bis es weg ist.
Das ist schon fundamental anders als eine Rabattkarte. :)
Oder ist das mittlerweile anders? Dass man mit NaldoCard trotzdem bar zahlen kann und dabei Rabatt kriegt ist irgendwie merkwürdig, das kenne ich so nicht...
> Oder ist das mittlerweile
3 September, 2008 - 06:45 – Eichi> Oder ist das mittlerweile anders? Dass man mit NaldoCard trotzdem bar zahlen kann und dabei
> Rabatt kriegt ist irgendwie merkwürdig, das kenne ich so nicht...
Ja, eben genau so ist das, merkwürdig, aber wahr
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