Nachdem ich jetzt gut 3 Wochen lang mehr tot als lebendig war, kann man so langsam davor reden, dass ich mich erholt habe.
Zur Vorgeschichte: Vor ca. 3 Wochen fing alles ganz harmlos mit einer Erkältung an. Als diese soweit ausgeklungen war (nach einer Woche), bekam ich starke Halsschmerzen, extrem rote Augen, mein Mund entzündete sich und mir fiel das essen und trinken immer schwerer. Nach 3 Tagen Tortur schleppte ich mich zum Hausarzt. Diagnose: Herpres simplex, Augenentzündung und Verdacht auf so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Vollbepackt mit Medikamenten wurde ich wieder nach Hause geschickt. Nach 2 weiteren Tagen auf Schmerzmitteln, deren Wirklung an LSD Tripps zu erinnern scheint, beschlossen wir ins Sigmaringer Krankenhaus zu fahren. Dort bekam ich gleich mal so ein tolles Röhrchen in die Vene und wurde mit etwas Flüssigkeit versorgt. Nach 2 Stunden Untersuchungen wurde ich in die Universitäts-Hautklinik Tübingen übergeben. (wie mein Hausarzt mir später mitteilte, ist es ungewöhnlich, dass die Klinik jemanden nicht aufnimmt, darum spekulierte er, dass sie womöglich Angst hatten, sich irgend eine malariaähnliche Krankheit ins Haus zu schleppen.) In Tübingen wurden dann durch diverste Bluttest (fast Literweise) Drüsenfieber, Herpres simplex und ein Bakterienbefall nachgewiesen. Meine sonstigen Sympthome deuteten auf das Steven-Johnson-Syndrom hin, was zum Glück schnell erkannt wurde. Nun hies es erstmal 3 Tage lang im Bett liegen und täglich 4-5 Liter Infusionen in die Vene jagen. In diesen Tagen erfuhr ich eine vorerst rasche Besserung. Dann konnte ich so langsam wieder breiartige Nahrung zu mir nehmen, die sich "Schluck1" nannte. Was auch immer dies bedeuten mag, es hat so geschmeckt wie der Name klingt. Am sechsten Tag habe ich mich dann gewagt, mal ein paar Schritte vor die Tür zu wagen. Seit diesem Tag weiss ich, wie es sich anfühlt, 75 Jahre alt zu sein. Nach wenigen Metern musste ich umkehren und war froh, noch bis auf meine Station zu kommen. Am sechsten Tag konnte ich die Medikamente schon oral einnehmen und problemlos trinken, was mich glücklicherweise von diesem Röhrchen befreite, was sich ständig entzündete und deshalb 3 mal gewechselt werden musste. (das Stechen war echt (k)ein Spass) Am Tag 7 wurde ich dann auch schon wieder entlassen. Damit konnte ich die Medikamententherapie in den heimischen 4 Wänden fortsetzen.