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Eichis Weblog
come in and open your mind ;)

Datenschutz

OptOutDay in Tübingen und anderswo

Wie ich gerade auf OptOutDay am 17.9. - Hanno's blog erfahren habe, findet am 17.9 in vielen Städten eine Aktion zum sogenannte "OptOutDay" statt.

Hierbei handelt es sich um eine Massenabgabe eines ausgefüllten Formulars, wie z.B im Baden-Württemberg "Erklärung gemäß § 34 Meldegesetz des Landes Baden-Württemberg zur Veröffentlichung von Personendaten". Mit diesem Formular nimmt man das Recht in Anspruch, die Weitergabe der eigenen Adresse, des Namens etc. des Einwohnermeldeamt an Firmen oder Parteien zu unterbinden. Dies wird hoffentlich und wahrscheinlich medienwirksam vonstatten gehen.

In Tübingen scheint dies auch geplant zu sein, was natürlich für mich sehr erfreulich ist.

Also, besorgt euch das Formular, füllt es aus, wir sehen uns!

Weitere Infos natürlich unter OptOutDay.de

Tübinger High-Tech-Kopierer der Bibliothek mit Virus verseucht

Als ich und meine Freundin Exfreundin heute Mittag in die Bibliothek des Brechtbaus gegangen sind um dort ein paar Blätter zu kopieren, fiel mir im Kopierraum dieses High-Tech Kopiergerät auf.

Dies kann bzw. konnte Bücherseiten kopieren und als PDF auf einen privaten USB-Stick oder eine Speicherkarte abspeichern.

Erst als ich mir die Hardware betrachtet hatte, fiel mir ins Auge, dass auf dem Bildschirm ein Fenster mit Standard Windows XP Fensterdekoration mitten auf dem Bildschirm zu sehen war. Es handelte sich um eine Antivir(tm) Meldung, die verlauten lies, dass sich auf dem System ein Trojaner/Virus befinden würde.

Der Scanner wurde von der Firma Zeutschel entwickelt, deren Firmenslogan "Die Zukunft der Vergangenheit" lautet. Mit Zukunft meinen sie wohl Bücher in digitaler Form, mit Vergangenheit Windows XP als enbedded system.

In dieses kompromittierte Gerät sollen Studenten und Studentinnen nun den Studentenausweis und ihr privates Speichermedium stecken. Ich möchte gar nicht wissen, wo die dort enthaltenen Daten überall landen könnten.

Dann lieber doch von Papier zu Papier.....

Wechseln von Google auf Ixquick unter Firefox

Vor einiger Zeit habe ich mich entschlossen, Googles Suchmaschine weitestgehend den Rücken zu kehren.
Ich werde mein Glück nun mit der datenschutzfreundlicheren Suchmaschine ixquick.com versuchen.
Zur Information ein paar Zitate zu Ixquick aus der Wikipedia:

    Ixquick ist eine aus den Niederlanden stammende Metasuchmaschine, die sich freiwillig verpflichtet, private Daten von Nutzern nicht zu erfassen oder zu speichern. Suchanfragen startet Ixquick unter einer festen IP-Nummer.

    Laut Selbstauskunft werden die Logdateien mit den Anwenderbezogenen persönlichen Daten nach spätestens 48 Stunden gelöscht, um einen optimalen Datenschutz gewährleisten zu können. Durch Überschreiben der Logdateien mit neuen Logs soll ein eventuelles Rekonstruieren verhindert werden und somit sicher gestellt werden, dass nicht mehr auf den Nutzer geschlossen werden kann. Die genannte befristete Speicherung der Daten findet zum Zwecke der Analyse und zur Erstellung von Statistiken statt;

    Ixquick kombiniert mehrere Suchmaschinen, um relevante Ergebnisse zu erzielen. Dabei werden die relevanten Ergebnisse durch ein Sternsystem gekennzeichnet. Jedem Ergebnis wird ein Stern pro Suchmaschine zugeteilt, die das Suchergebnis unter den zehn besten Resultaten bewertet hat (comparative analysis algorithm).

    Quelle: de.Wikipedia.org:Ixquick , Stand: 18.10.08

Klingt für mich eigentlich recht sympatisch. Ob jetzt alles 100%ig stimmt, kann ich natürlich nicht wissen, aber schlimmer als das Datenmonopol Google kann es ja kaum sein ;)

Technisch in Firefox relativ einfach umzusetzen:

  1. Google aus der Such-Engine Liste rechts oben unter dem Menüpunkt "Manage Search Engines..." entfernen.
  2. Auf dieser Seite Ixquick SSL - ;Sprache; in der gewünschen Sprache auswählen, um die Such-Engine in Firefox hinzuzufügen.
  3. Um die automatische Suche von Firefox bei Google in der Adressleiste zu verhindern, about:config in die Adressleiste eingeben und nach "keyword.URL" suchen. Dort Googles URL löschen und stattdessen per Doppelklick "https://ixquick.com/do/metasearch.pl?pl=ff;cat=web;query=" eingeben.

Zufrieden bin ich mit den Suchergebnissen eigentlich schon, nur in seltenen Fällen, benutze ich noch Googles Suchdienst, wenn ich bei
ixquick nichts passendes finde.
Am meißten fehlt mir die Funktion "Meinten Sie etwa:" von Google ;)

Benutzte Quellen: kaffeering.de

Artikelempfehlung: Überwachung der Bürger auf Verdacht geringfügiger Vergehen in England

Der Artikel Überwachung: Kameras gegen kleine Sünder auf ZEIT ONLINE beleuchtet einen Fall in England, bei welchem eine Familie wohl 24 Stunden per Videokamera überwacht wurde, weil sie ihre Tochter womöglich an einer Schule außerhalb des Einzugsgebietes angemeldet hatten. Dies sei bei weitem kein Einzelfall mehr, was die sperrlich überhaupt existierenden Zahlen aufzeigen. Die Kameras dienten einst zur Terrorabwehr, die Befugnisse wurden bis heute in fast jederlei Hinsicht ausgeweitet. Nähres dazu im Artikel.

Ähnliches könnte sich auch hier zu Lande Schritt für Schritt anbahnen...

Verkehrsverbundsrabattkarte "Naldo Card" anscheinend keine Datensammlung des Unternehmens

Zu Anfang war ich mir extrem unsicher, was die Preisrabattkarte "Naldo Card" meines lokalen Verkehrsunternehmens "Naldo" im Bezug auf die z.B. von Payback bekannten Datensammlungswut von Rabattkarten angeht.
Diese Karte, auf welche sich einen Geldbetrag aufladen lässt, ermöglicht es Kunden, Einzelfahrscheine für Erwachsene mit etwa 10% Rabatt zu erwerben. Die Kosten für diese Karte belaufen sich lediglich auf 2 Euro.

Es standen keinerlei Datenschutzinformationen auf der Internetpräsenz zu diesem Thema bereit.

Um der Sache ein wenig nachzugehen, wendete ich mich an den Naldo-Support per E-Mail.
Meine Frage, welche Daten der Chip der Karte beinhaltete, wurde mir der aufgeladene Betrag und - so waren auch meine Befürchtungen - eine - wahrscheinlich eindeutigen - Kartennummer genannt.
Diese Kartennummer wurde direkt im nächsten Satz damit begründet, dass man bei "Defekten" somit "i.d.R. trotzdem" den Geldbetrag zurückerstatten kann.

Verwunderlich ist aber, wie es möglich sein soll, dass der Geldbetrag sich nicht mehr auslesen lässt, die Kartennummer jedoch schon. Es handelt sich hierbei um einen einzigen Chip, ohne zusätzlichen Magnetstreifen. Ggf. ist die Kartennummer an einer "sicheren Stelle" fix gespeichert, der Geldbetrag in einem weniger sicheren Speicher. Dies zu bewerten übersteigt im Moment mein Wissen über solche Kartenchips.

Potentiel bestünde jedoch mit dieser Kartennummer die Möglichkeit, Bewegungsprofile für analytische Zwecke zu gebrauchen.
Die Motivation hinter dieser Karte sei, so der Mitarbeiter, die Einsparung durch das bargeldlos Zahlen, welche das Unternehmen somit an den Kunden weitergeben möchte.

Stutzig macht mich hierbei jedoch die Gegebenheit, dass ich diese Karte schon viele Monate nutze, ohne jemals bargeldlos bezahlt zu haben, eben aus jener Angst vor Datenmissbrauch.
Interessant ist nämlich, dass man die Naldo Card , sofern man eine Fahrkarte am Automaten kauft, jediglich zum Vorzeigen benötigt und den Automaten somit trotzdem mit Scheinen und Münzen füttern kann (die Karte muss hier zu keiner Zeit technische benutzt werden). Somit entfällt die Einsparung des Unternehmens. Im Bus ist die Naldo Karte jedoch nur mit Bezahlung per Chipkarte gültig, es ist aber dennoch möglich, die Karte für den Bus auch am Automaten zu erwerben.

Da das Bezahlen mit der Karte im Bus des öfteren Probleme mit dem Lesegerät bereitet, denke ich mir, dass das Bezahlen mit der Karte am Automaten mit dem Chip zuviele technische Probleme bereitet hat.

Noch offene Fragen habe ich jetzt in einer Antwort-E-Mail an den Angestellten formuliert. Ich bin gespannt, auf die Antworten.

Jeder kennt jeden um 6 Ecken; Oder: wie Microsoft mit den Userdaten umgeht

Gerade las ich auf Spiegel einen langweiligen Revolverblattknüllerbericht, der davon handelt, das angeblich jeder Mensch jeden Menschen über 6,6 Ecken kennen würde.
Als Quelle für die Auswertung des Experimentes wird ganz neutral von irgendeinem Instant Messanger geredet.

Erst auf einer verlinkten Seite im Artikel wurde klar, woher die Daten für diese Studie kamen: Es wurden riesige Social-Netzwerkdiagramme mithilfe des Benutzerverhaltens des Microsoft Messangers erstellt:

The dataset contains summary properties of 30 billion conversations among 240 million people. From the data, we construct a communication graph with 180 million nodes and 1.3 billion undirected edges, creating the largest social network constructed and analyzed to date.

Dies zeigt einen realen Fall, wie persönliche Daten dazu ge- bzw. missbraucht werden, ohne das der Benutzer davon etwas mitbekommt.
Aber zum Glück haben die ganzen MSN Benutzer dies ja bewusst durch das akzeptieren der AGBs des MSN Messanger entschieden ;)

Deutschland goes Gedankenpolizei?

"Wissen ist Macht" heißt es ja so schön. Zunehmend scheint Wissen auch -wieder- gefährlich zu werden, was nicht zuletzt der Fall von Andrej H. verdeutlicht hat, der im Verdacht steht, sich "konspirativ" mit einem vermeitlichen Mitglied der "militanten Gruppe" getroffen zu haben. Konspirativ in sofern, dass er beim Verlassen seines Hauses das Handy nicht dabei und/oder abgeschalten hatte. Außerdem habe er in wissenschaftlichen Veröffentlichungen Wort- und Satzkonstruktionen benutzt die Ähnlichkeiten mit Schreiben der "militanten Gruppe" hätten. Er hatte Zugang zu einer Bibliothek und war "intelektuell in der Lage", die Schriften der "militanten Gruppe" zu verfassen. Professor H. wurde über einen Zeitraum von einem Jahr telefonisch abgehört, geortet, seine E-Mails wurden gelesen und sein Hauseingang gefilmt. Quelle

Somit wäre es in Zukunft ratsam, sich zweimal zu überlegen, ob man sein Handy abschällt, besonders, bevor man sich mit Menschen trifft, bei denen man nicht 100%ig sicher sein kann, dass sie nicht verdächtigt werden könnten, Kontakt mit einer Gruppe zu haben, die juristisch unter eine "terroristische Vereinigung" nach dem neuen Artikel 129a StGB fallen könnte.
Desweiteren sei darauf zu achten, dass man sämtliche Bekennerschreiben "terroristischer Vereinigungen" durchstudiert um in eigenen entworfenen Texten keine thematischen Überschneidungen oder gar ähnliche Satzkonstruktionen zu benutzt.

Doch nach einem Artikel der ZEIT ist selbst dieses mit Vorsicht zu genießen. Wer sich nämlich auf der Internetseite des Bundeskriminalamtes über jene Gruppe informieren möchte, macht sich verdächtig. So wurden alle Zugriffe auf die Seite des BKA in einem bestimmten Zeitraum zu diesem Themenschwerpunkt protokolliert und in 417 Fällen eine Feststellung der Identität des Besuchers eingeleitet. Letztendlich wurde die Identität von 120 Besuchern ermittelt, mit freundlicher Unterstützung der Telekom.

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