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Eichis Weblog
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Sind Taliban auch Menschen?

Ein schöner Leserbrief aus der Zeit ist mir gerade über den Weg gelaufen. Diesen möchte ich gerne weitergeben:

Spielt es irgendeine Rolle, ob da „nur Taliban“ oder ob auch „unschuldige Zivilisten“ unter den Toten sind? Ist es ein „feiger, hinterhältiger Anschlag“, wenn Taliban eine Autobombe zünden, aber eine „rechtmäßige Aktion“, wenn wehrlose Menschen aus der Luft mit Bomben belegt werden? Darf man Taliban töten, einfach weil sie Taliban sind? Sind das keine Menschen? Einst wurden Juden, Zigeuner, Homosexuelle sozusagen für vogelfrei erklärt. Und jetzt die Taliban?

Ed Dellian, Berlin-Zehlendorf

Gefolgt von einem Ausschnitt aus einem Artikel der Zeit zur aktuellen Debatte des Luftangriffs:

Die Taliban hatten die mit Treibstoff beladenen Laster der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) überfallen und entführt. Die Nato, die hinter der Isaf steht, verhinderte auf ihre Art, dass der Feind die Fahrzeuge nutzen konnte. Im Irak verwenden Terroristen solche Laster als rollende Bomben – vielleicht befürchtete der Nato-Generalstab dies auch für Afghanistan. Doch als die Jets zum Angriff übergingen, da bastelten die Taliban nicht an Sprengsätzen, sie verschenkten das Benzin an die Bevölkerung eines Dorfes.

Solche Angriffe sind verheerend für die Nato. Denn mit jeder Bombe, die Unschuldige trifft, mit jedem dieser grausamen Fehler der westlichen Kriegsmaschinerie laufen mehr Afghanen zu den Taliban über. Die ungewollte Botschaft dieser Tragödie an die Bevölkerung lautet: Ihr zählt nicht viel, für unsere militärischen Erfolge gehen wir über Leichen – eure Leichen.

Werden nicht generell immer mehr Menschen dazu ermutigt, sich auf die Seite der Taliban zu stellen, um sie dann als "böse Feinde" abknallen zu "dürfen"?

Ein kleiner Ausschnitt aus einem Interview auf Tagesschau.de

tagesschau.de: Im Kreuzfeuer der politischen Debatte hier in Berlin steht Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. Auch bei den Soldaten in Afghanistan?

Meesmann: Nicht generell. Aber auch hier fragen sich viele, auch außerhalb der Afghanistanschutztruppe, ob es klug war, sich wenige Stunden nach dem Angriff darauf festzulegen, dass es auf gar keinen Fall zivile Opfer gegeben hat. Diese frühzeitige Festlegung kritisieren viele Beobachter in Afghanistan. Denn man kann nie ausschließen, dass es zu zivilen Opfern kommt. Man kann das Risiko bestenfalls minimieren.

Auch wenn man Menschenleben nicht aufrechnen kann, stellt sich die Frage, ob die Zustimmung und Unterstützung der Taliban durch Angriffe nicht mehr gestärkt wird und somit der Zulauf größer ist, als die Anzahl der ermorderen Taliban als solche...

Man stelle sich selbst vor, man lebe in Afghanistan und der Nachbar erzählt, wie "die Besatzer (denn als solche werden sie dort Empfunden) dort und dort X Menschen getötet, oder ihnen Y angetan hat". Untermauert werden solche Geschichten dann sicherlich von ein paar wahren Gegebenheiten und ein paar fiktiven Geschichten oder Übertreibungen.
Man vergleiche es einfach mit dem Worten, die Verteidigungsminister Jung an die Öffentlichkeit gewandt hat ("Franz Josef Jung sagte erneut, es seien 56 Taliban gestorben, aber keine Zivilisten") mit folgendem Beitrag:

Was der gute, nach Frieden jauchzende Verteidigungsminister Jung hier in unserem "aufgeklärten, ehrlichen Deutschland" kann, können bösen Taliban gegensätzlich mindestens genauso... Kriegspropaganda verbreiten.

Wann wird dieser Unsinn endlich ein Ende haben? Krieg für eine bessere Welt? Man muss sehr naiv sein....

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