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Die Spenden der Superreichen und deren Auslegung von Wohltätigkeit

06 Aug
Published by Eichi

Nun ist es bis in die letzte Lokalzeitung vorgedrungen: Viele US-Millionäre wollen bis zu ihrem Tode 50% ihrer Vermögens spenden.

Die Unterzeichnung des Versprechens findet auf givingpledge.org statt.

Die Debatte auf der Straße und im Internet lautet nun: Haben die Reichen in den USA mehr Pflichtgefühl als in Europa? Wollen sie ihre ggf. schmutzige Weste rein waschen? Marketing? Langeweile?
Ein Großteil scheint sich über die Aktion zu freuen. Ein kleinerer Teil "meckert" (so oft der Vorwurf) ein Teil des Großteils meckert über die, die meckern.

Was mich persönlich zuerst interessiert hat: Was verstehen diese sogenannten "Reichen" denn unter diesem sogenannten "wohltätigen Zweck"? Wenn man mal kurz drüber nachdenkt, fällt einem auf, dass dieser Begriff sehr dehnbar ist; wie dehnbar, sehen wir im Folgenden:

Einer der Vorzeigespender ist Bill Gates. Er selbst gründete mit seiner Frau die größte private Stiftung der Welt: Die Bill & Melinda Gates Foundation. Dort fließt wohl ein beachtlicher Teil der genannten Spenden hin.
Im Folgenden schauen wir uns die "wohltätigen Zwecke" an, die diese Stiftung verfolgt: Sie propagiert die "Neue Grüne Revolution in Afrika". Darunter versteht man den Einsatz von Gentechnik zur Bekämpfung des Hungers. Dies geschieht hauptsächlich in Kooperation mit dem Saatguthersteller Monsanto. Dieser steht bei vielen Nichtregierungsorganisationen wie Greenpace in der Kritik, da Monsanto die Bauern von Genpflanzen abhängig macht und weitläufig in die Natur eingreift. Details hier im Artikel "Setzt Gates Stiftung auf genverändertes Saatgut?" (heise.de).
Wer arbeitet in der Stiftung? Im Bereich "Global Development" arbeitet der ehemalige Viezepräsident von Monsanto Robert Hosch, sowie Geoffrey Lamb, ehemalige Vizepräsident der Weltbank. Die Weltbank steht seit vielen Jahren in der Kritik, Bauern aus Entwicklungsländern dazu zu zwingen, sich auf den Export und Monokulturen zu beschränken. Dadurch fehlt Nahrung für die eigene Ernährung und die Böden werden zerstört. (Es sei am Rande zu erwähnen, dass Mitarbeiter der Stiftung bis zu 400.000 Dollar im Jahr Gehalt bekommen, dies bekommt Ashok Alexander, ehemaliger Mitarbeiter bei McKinsey, ein Unternehmen, welches aggressive Unternehmenspolitik in Unternehmen lehrt).
Die Weltbank, Monsanto sowie auch Bill Gates setzen sich aktiv für das TRIPS-Abkommen ein. Dieses legt unter anderem weltweit Patentstrukturen für Medikamente und Software fest. Das Abkommen wird kritisiert, da es Aids-Medikamente in Entwicklungsländern für die Menschen teuer und somit nicht bezahlbar zu machen. Ein interessanter Aspekt ist hierbei, dass die Bill & Melinda Gates Faundation viel Geld in den Kauf eben dieser Medikamente steckt.
Man muss sich ebenfalls vor Augen halten: 95% des Geldes der Stiftung wird investiert. Dies geschieht fast ausschließlich in Öl- und Pharmakonzerne, die bei vielen Menschenrechtsorganisationen aus den verschiedensten Gründen angeprangert werden. Dies ist im hier im Detail nachzulesen.
Eine andere Stiftung, die viele Geld aus den versprochenen Spenden bekommen wird, ist die Rockefeller Foundation. Sie beteiligt sich ebenfalls an der sogenannten "grünen Revolution". Die Buffett Foundation hat das Ziel, 85% ihres Geldes an die Gates Foundation zu spenden.

Persönliche Meinung: Nun weiß ich nicht, ob ich mich über die "wohltätigen Zwecke", für welche die Spenden eingesetzt werden, freuen kann. Es kommt mir leider so vor wie eine Unternehmenssparte, die - unter einem karitativen Deckmantel - die Interessen von schlecht angesehenen Firmen vorantreibt, indem es künstlich Kunden (die Stiftungen) für fragwürdige Unternehmen schafft.
Durch Patente teuer gehaltene, lebenswichtige Medikamente werden gekauft, in schädigende Praktiken der Landwirtschaft investiert. Die Wirtschaft durch Finanzspritzen bewusst beeinflusst und in Abhängigkeit gedrängt.
Eigentlich sind dies Entwicklungen, mit denen ich mich seit Jahren beschäftigte und welche ich sehr kritisch betrachte.
Ich frage mich nun wirklich, wie ich mich dafür begeistern soll, dass diese Entwicklungen nun mit noch mehr Spenden weiter vorrangetrieben werden sollen. Um es kurz zu machen: Ich lehne es ab.

Themen 

Politik

Kommentare

viele Schreib- und Grammatikfehler, insb. im letzten Teil
vllt nochmal drüberlesen...

Danke, ich hab mich nochmal dran gesetzt.

interessant ... Endgame der Film auch

Das klingt mir doch schwer nach einem Anhänger von Verschwörungstheorien.
Das lasse ich ungern ganz unkommentiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz#Verschwörungstheorien

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