Was ist ein App?
Bekannt wurde diese Mischung aus Abkürzung und Wortkreation durch die Werbung des Apple App Stores. Mitunter ein Spruch aus der Werbung ist "Es gibt für fast alles ein App" (vgl. schwäbisch: "Es goid fia älles a äbbs")
Doch diese Wort hat sich nun im Stil eines Trojaners auf viele anderen Smartphones übertragen, es scheint - im Gegensatz zu den Apps selbst - Betriebsystemunabhängig zu sein.
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Der erste Gedanke, der mir beim Wort App einfällt, sind kleine Programme für das iPhone, die einem Bescheid geben, wann man seine Blumen gießen muss, wie viele Schritte man gelaufen ist oder um seinen Ort und die Art des Stuhlgangs mit seinem Mitmenschen zu teilen.
Im besten Fall gibt noch Apps für den Zugfahrplan oder das Auffinden des nächsten Restaurants in der Umgebung. Zusammengefasst ein riesiger Haufen useless stuff.
Nicht zuletzt deswegen gibt es auch das Wort "App-shit", das das Handeln von Personen beschreibt, die ihren halben Tag damit verbringen, sinnlos in den Weiten der Mini-Applikationen herumzustochern und diese kostenlos oder kostenpflichtig auf ihrem Kleingerät installieren. Mit dem primären Ziel, andere Leute damit zu nerven. Es gibt mehr als 160.000 dieser gefrickelten 400-Codezeilen Software.
Es stört mich dabei auch nicht unbedingt die technische Umsetzung, die mag ggf. ja ab und an mal ganz gut sein. Schmerzen bereitet mit dabei mehr der "IT-Kultur" Aspekt, der hierbei mit Füßen getreten wird.
Es ist zum einen das Zeitalter, in dem hierzulande fast jeder die Möglichkeit hat, einen leistungsfähigen Rechner in der Hosentasche mit sich herumzutragen zum anderen ist es ist es selbiges Zeitalter, in dem diese Möglichkeit genutzt wird, um seine Lebenszeit mit stupiden Mini-Applikationen zu verschwenden.
Früher wurde ich, als Leute mein N800 gesehen haben, gefragt, was das denn sei und ich konnte in etwas antworten: "Das ist eine Art Mini-Computer mit dem ich all das tun kann, was man mit dem PC auch machen kann. Es gibt E-Mail-Programme (claws-mail), Messanger (Pidgin), Office-Anwendungen (Abiword, gnumeric), Musikplayer, .... damit erstelle ich Karten für OpenStreetmap, habe meine Termine beisammen, beantworte im Zug schon mal eine E-Mail, erstelle kleine Dokumente und Tabellen oder blätter nochmal etwas in einem digitalen (Hand-)Buch nach..."
Heute findet ein Dialog in selbiger Situation nur noch wie folgt statt: "Is das ein iPhone?", "Nein, ein etwas älteres Gerät, nennt sich N800", "ah okay. Gibts da auch so Apps dafür?", "Nein, zum Glück gibt für mein Gerät noch richtige Programme".
Ich kann im Moment nicht beantworten, was genau der Grund ist, warum es mir beim Wort App den Magen umdreht. Sicherlich spielt dort auch die Vertriebspolitik von Apple eine Rolle. Der Zentrale App Store, der von einer Firma fast unumgänglich kontrolliert wird. Die Möglichkeit, dass diese Firma Programme auf dem privaten Gerät des Endanwenders nachträglich löscht. Die Art der Programmvermarktung, die mich fast an Jamba! Abonnements erinnert.
Vielleicht ist es auch die iPhone-Benutzer Mentalität, die ihr Gerät, samt sich selbst, für etwas besonderes halten. Selten hört man einen iPhone-Nutzer, wie bei jedem anderen Gerät auch, von seinem "Handy" oder "Smartphone" reden. Nein, man besitzt explizit ein iPhone. ("Moment ich glaube, mein iPhone klingelt"). Vielleicht sind es auch einfach die Apps an sich, die sich in der Masse verhalten, wie ein Meer bunter Quietsche-Enten, in das man, 30km vom nächsten Ufer entfernt, hinein geschmissen wird.
Ich wäre froh, die Apps würden dort bleiben, wo sie hingehören: Auf dem iPhone. Ungern möchte ich jedes Programm, das auf einem mobilen Gerät installiert ist, als App bezeichnen. Der Ursprung, die Apps auf dem iPhone, für welche das Wort am Anfang kreiert wurde, beschreiben für mich etwas, dass ich nicht auf meinem Gerät haben möchte.
Letztendlich ist es nur ein negatives Gefühl gegenüber diesem Wort, aber ich scheine es nicht los zu werden, woher auch immer es nun genau kommen mag